Am Vormittag erfolgt mein Transfer zum Gästehaus der kooperierenden Tierklinik, hier bin werde ich meine dritte Arbeitswoche verbringen, wie auch schon meine erste.

Am Nachmittag zeigt man mir das ca. 20 km entfernt befindliche Kinigi-Center von F4K. Bei der Anreise werde ich abermals von den massiven Lasten der Transporträder beeindruckt. Bis zu 150 kg werden mit den Rädern transportiert und das in sehr hügeligem bzw. sogar bergigem Gelände!

Das Kinigi-Center von F4K ist abermals ein Vorzeigeprojekt. Hier bekommen junge, alleinerziehende Mütter ebenfalls eine Ausbildung zu Näherinnen, während ihre Kinder, allesamt im Vorschulalter, eine Tagesbetreuung mit Verpflegung bekommen. Ich darf mich in der Klasse vorstellen, 48 Schülerinnen sind anwesend. Gesamt sollen es 50 sein, was auch das Jahreslimit darstellt. Die Ausbildung dauert ein Jahr. Nach erfolgreichem Abschluss bekommen die jungen Mütter mit ihrem Zertifikat eine Nähmaschine mit auf den weiteren Lebensweg. (Hinweis: ich korrigiere meine Aussage vom Tag-7/Rwaza – dort wird die anerkannte Schneider-Berufschule von Mädchen besucht und nicht von jungen Müttern!). Die jungen Mütter erhalten die Gelegenheit, mir Fragen zu stellen, welche ich natürlich gerne beantworte.

Der weitere Weg führt mich durch den Kindergarten, ich nehme mehrere sorgsame Betreuerinnen war, insgesamt gibt es 2 tolle Spielräume für unterschiedliche Altersstufen und einen Schlafraum. Weiters gibt es eine große Küche und einen Essraum für alle. Die Mütter und Kinder bekommen ein Frühstück und Mittagessen. Bevor es nach Hause geht, kann nochmals ein Porridge ausgefasst werden.

Weitere Einrichtungen sind ein Lagerhaus für landwirtschaftliche Produkte und ein Gästehaus mit 2 Apartments, dieses wird vom zugehörigen Hotel mit administriert und beherbergt ob der Nähe zum Nationalpark öfters Gäste. Räumlich abgeschlossen wird das Ganze von einem massiven neuen Zaun und einem Security Dienst. Das Lagerhaus dient hauptsächlich einem weiteren Projekt von F4K, nämlich dem nahegelegenen Pygmäendorf Kabagorozi, in welchem 16 Familien wohnen. Die sehr wenigen Pygmäen – später Twa/Batwa – waren Jäger und Sammler und haben das Land durchstreift. Seit geraumer Zeit ist ihnen dies aber nicht mehr möglich, weil auch ihnen der Zutritt zum Nationalpark verboten wurde und so sie ihrer Lebensgrundlage beraubt wurden. Die Regierung hat ihnen daher als Kompensation mehrere Kleinstdörfer zur gebaut, so oben erwähntes Kabagorozi. Wie zu erwarten war, wurde bei Einzug in die Häuser und die damit verbundene neu Lebensweise der Sesshaftigkeit nicht wirklich zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Trotz kleiner landwirtschaftlicher Flächen und wiederkehrendes Saatgut, haben die Männer vielfach die Feldarbeit verweigert, Alkoholkonsum, Diebstahl und andere Probleme folgten. Seit mehr als 10 Jahren unterstützt F4K nun dieses Dorf, hat landwirtschaftliche Flächen angrenzend zukaufen können , sorgt dafür, dass die Kinder in die nächste Schule gehen und unterstütz mit Hygieneartikel. Für die Landwirtschaft konnte ebenfalls deutliche Unterstützung in Form von geduldigen Trainern bereitgestellt werden, dieser Erfolg ist aber überschaubar. Der Fokus wird auf die nächste Generation, also der schulischen Erziehung der Kinder gelegt. Nach dem Durchgang im Kinigi-Center fahren wir zum nahegelegenen Kabagorozi. Die wahrgenommene Atmosphäre im Dorf erscheint mir deutlich düster, die Häuser sind mehr als heruntergekommen. Interessant ist, dass von den 16 Häusern sich zwei durch Zäune abgetrennt haben. Mein Fahrer verteilt große Brotstücke an die Kinder und die wenigen im Dorf befindlichen Erwachsenen.

English version:

In the morning, I'm transferred to the guesthouse of the cooperating veterinary clinic, where I'll be spending my third week of work, just like my first.

In the afternoon, I'm shown the F4K Kinigi Center, located about 20 km away. Upon arrival, I'm once again impressed by the massive loads of the cargo bikes. Up to 150 kg are transported on the bikes, and this in very hilly and even mountainous terrain!

The F4K Kinigi Center is another model project. Here, young, single mothers also receive training as seamstresses, while their children, all of preschool age, receive daycare with meals. I became introduced from the local manager in the class room of 48 students. The total number of students is planned for 50, which is the annual limit as well. The training lasts one year. Upon successful completion, the young mothers receive a certificate and a sewing machine to take with them for the rest of their lives. (Note: I'm correcting my statement from Day 7/Rwaza – there, the recognized vocational tailoring school is attended by girls, not young mothers!). The young mothers are given the opportunity to ask me questions, which I am happy to answer. The rest of my tour takes me through the kindergarten, where I see several nursery teachers. There are two great playrooms for different age groups and a nap room. There is also a large kitchen and a dining room for everyone. The mothers and children are given breakfast and lunch. Before heading home, they can enjoy another porridge meal. Other facilities include a warehouse for agricultural products and a guesthouse with two apartments. This is co-administered by the associated hotel and often accommodates guests, due to its proximity to the national park. The entire complex is surrounded by a massive new fence and a security guardess does her job. The warehouse primarily serves another F4K project, the nearby Pygmy village of Kabagorozi, where 16 families live. The very few Pygmies – later Twa/Batwa – were hunters and gatherers and roamed the land. However, this has no longer been possible for them for some time because they too were banned from the national park, thus cut them off their livelihood. As compensation, the government built them several small villages, such as Kabagorozi mentioned above. As was to be expected, when they moved into their houses and adopted the new, sedentary lifestyle that came with it, it did not really develop successfully. Despite small agricultural plots and recurring seeds, the men often refused to work in the fields, and alcohol consumption, theft and other problems followed. F4K is supporting this village for more than 10 years now, has been able to purchase big agricultural land, ensures that the children go to the nearest school and supports the villagers with hygiene products. Significant support for agriculture has also been provided in the form of patient trainers, but this success is limited. The focus is on the next generation, the children's education. After visiting the Kinigi Center, we drive to nearby Kabagorozi. The perceived atmosphere in the village is gloomy; the houses are bad. Interestingly, two of the 16 houses are separated by fences. My driver distributes large pieces of bread to the children and the few adults in the village.

Photos see above.