Ein opulentes Hotelfrühstück entlässt uns auf unsere Finaletappe, die zweitlängste. Erstmals vergesse ich meinen Wassersack zu füllen, doch wird dieser Fehler noch in Capalbio erkannt und bei einem Brunnen korrigiert.

Ausserhalb des Ortsgebietes beschließen wir, aus unserer Abschlußetappe etwas Besonderes zu machen. Es solle unsere Musiketappe werden. Wozu habe ich ein zusätzliches Datenvolumen gekauft, es soll als akustischer Wegbegleiter in den Äther entsandt werden!

Wir beginnen mit Klassik. Verdis Triumphmarsch bringt uns so richtig in Schwung. Die Playlist versorgt uns weiter Musik von Verdi, Boccherini. Puccini et al.

Martin unterrichtet begeistert Musik und kennt sich mit Musikgeschichte bestens aus. Es ist sehr interessant für mich, über viele musikalische und geschichtliche Zusammenhänge zu hören.

Aber 'seine' Musikrichtung ist der Hardrock. Er selbst hat sich mit dieser Musikrichtung sozialisiert und war auch als Gitarrist in einer Band. Nach gut einer Stunde klassischer Gehbegleitung schwenken wir daher auf Deep Purple um.

Ein Autofahrer bietet uns an, uns mitzunehmen. Beide lehnen wir unisono ab - wir lassen uns ja die letzten Kilometer nicht entwenden.

Bald danach gibt es den ersten typischen Meerblick.

Auch die Wegweiser bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Es folgt Musik von den Kinks, den Birds, Sweet, die frühe Rock'n Roll Musik von den Beatles und schließlich, meine Hymne oder besser gesagt Sinfonie aus diesem Genre: In-A-Gadda-Da-Vida (Im Garten des Lebens) von Iron Butterfly. Für diese 17 Minuten Musikgeschicht ist endlich nach Jahrzehnten wieder zur Gänze Zeit. Bei Interesse: https://open.spotify.com/track/1exUq8aG2OMbSeZeTwz06k?si=ZRSGki2ZTl-wlSt_k7h8hQ


Martin lebt sichtlich auf, mir die Feinheiten, Komplexitäten und Schönheiten dieser Stücke zu erläutern. Ich staune und höre gerne zu.

Subjektiv empfunden, war das erste Jahrzehnt dieses Genre die Zeit, wo der Anspruch der Künstler noch mit jedem Stück sein konnte, etwas Neues zu schaffen und damit Musikgeschichte zu schreiben.


Am Ortseingang von Ansedonia steigen wir aus dem Musikgenuss aus und fokusieren uns auf das Auffinden des ausgewählten Terrassenlokals. Ein Meerblick wie im Bilderbuch belohnt uns.

Wir marschieren weiter, letzter Aufstieg, letzter Abstieg, noch ebene 8 Kilometer. Über die südliche Abgrenzung der Lagune führt uns der schattige Waldweg unserem Ziel entgegen.

Keine Fortführung des Musikgenusses, wir lauschen den wenigen Vögeln. Die letzten 3 Kilometer führen wieder entlang der Straße, wir aktivieren wieder Spotify. Diesmal sind die Les Humphries Singers dran, Glam Rock lässt grüßen.

Der letzte Kilometer, jetzt kann es nur eine Band geben: Queen. Nach zwei Aufwärmnummern laufen wir zu "We are the Champons" in Orbetello ein. Martin meint zwar, das sei übertrieben, aber ich bestehe darauf. Wir umarmen uns, Jubelbilder an der Ortstafel.

E N D E


Oder doch nicht - es wird noch unsere unabhängigen Resümees über unsere gemeinsame Wanderung in den nächsten 1-2 Tagen geben. Wir brauchen noch Zeit, um alles zu spüren, zu verarbeiten und es zu beschreiben.


Tageskilometer: 27,5

Gesamtkilometer: 419,2

Durchschnittliche km/Tag: 22,1