Zum Frühstück fahren wir in den nächsten Ort. Es gibt einen kleinen Bäcker mit Nespresso-Automat - auch gut.
Bei der Ausfahrt vom Parkplatz streife ich bei einer Bodenwelle den Randstein. Mir schwant Schlimmes, doch es handelt sich "nur" um eine Schürfwunde der hinteren Bodenecke. Ich hoffe, ich kann das bei Rückgabe irgendwie Kaschieren.
Zielstrebig geht es nach Avignon, Heimat für 9 Päpste im 14. Jahrhundert. Die letzten beiden hatten das sogenannte "Abendländische Schisma" verursacht, weil es zu deren Zeit auch zwei Päpste in Rom gab. Das Konzil zu Pisa ersetzte als Lösungsversuch die beiden lebenden Päpste und wählte kurzerhand einen dritten Papst, was das Chaos maximierte, weil von niemanden akzeptiert. Schließlich brachte das Konzil von Konstanz mit der anerkannten Wahl von Papst Martin V. im Jahr 1418 wieder die ersehnte Ordnung im katholischen Lager zurück. Soweit, so kurz zur Geschichte, welche mich ja immer sehr interessiert.
Der Papstpalst selbst steht mächtig auf einer Anhöhe in der von einer 4 km langen, massiven Wehrmauer umfassten Altstadt. Diese wiederum liegt am linken Rhône Ufer, von wo auch der Rest der berühmten Brücke abgeht.






Der alles überragende Papstpalast ist ein prächtiges Relikt der Hochblüte des Mittelalters, ganz im Gegensatz des Vatikans, welcher das Mittelalter weit hinter sich gelassen hat.
Zuerst besuchen wir den Brückenrest, danach den Palast. Beide Male mit sehr interessanten Ausführungen und Animationen der Audioguides.
Voll der Eindrücke schlendern wir den restlichen Nachmittag durch die Gassen.
Am frühen Abend beobachte ich Boule Spieler. Ein älteres Paar spielt gegen zwei junge Damen. Meine anfängliche Skepsis verfliegt rasch, wie ich erkenne, wie genau die Boules angenähert werden und exakt und beständig die gegnerische Boule hinausgeschossen wird. Ich hätte keinen funken einer Chance.
Die Nachtruhe finden wir am Vorplatz des aufgelassenen Bahnhofs von Villeneufve-les-Avignon, am anderen Rhone Ufer.