Gemütlicher, beobachteter Tagesanbruch am Carrefour Parkplatz. Frühstück im Wohnmobil. Restliche Einkäufe im Carrefour, Wir fahren ab nach Saint-Emilion, einem hochempfohlenen Weindorf. Auf der Autobahn werden wir auf Lascaux hingewiesen, in unseren beiden köpfen läuft sofort ein Alarmprogramm ab – Lascaux, die berühmten Höhlenmalereien, das dürfen wir nicht auslassen. So fahren wir von der Autobahn ab und schlängeln uns die Nebenstraßen bis zum Ort Montignac dort, dort befinden sich die Höhlen. Online werden die Tickets für eine Führung gebucht, bis dorthin genießen wir ein gutes Mittagsmahl auf Entenbasis. Der nachfolgende Spaziergang durch die kleine, sehr gut herausgeputzte, spätmittelalterliche Stadt lässt wieder so manche Kalorie verbrennen.
Mit einen Cafe gestärkt kommen wir pünktlich zur pompösen Museumskomplex. Wir lernen, dass das Höhlensystem von 4 Freunden auf der Suche nach ihrem ausgebüxten Hund im Jahr 1940 gefunden wurde. Die nachfolgende, wissenschaftliche Aufbereitung konnte leider die Vermarktungsbestrebungen der Stadt nicht ausreichend Einhalt gebieten, so wurden wichtige Schichten am Boden abgetragen um die Besucherströme angenehm durch das Höhlensystem führen zu können. Bereits 1963 waren die erkennbaren Schäden an den Wandmalereien so massiv, dass die Höhlen für das Publikum gesperrt wurden und nur mehr 200h Stunden im Jahr Wissenschaftlern der Zutritt erlaubt ist.
Als Kompensation wurden nur 500m von den Originalhöhlen entfernt 2cm dicke Schalen nach einem Scan der Höhlen millimetergenau angefertigt und mit Originaltechniken und authentischen Farbpigmenten in 3 jähriger Arbeit ebenfalls originalgetreu aufgebracht. Die Kunsthöhlen werden wie das Original im selben Temperaturbereich gehalten genauso wie man sich die Lichtverhältnisse von vor ca. 21.000 Jahren vorstellen kann.
Auch gehen Ausschnitte von weiteren Nachbauten schon seit 40 Jahren auf Welttournee, und das sehr erfolgreich.



Ich weiß nicht, ob ich ob all dieser Faktenlage enttäuscht sein soll oder nicht, jedenfalls war der Eindruck überwältigend. Ein großer Anteil der weltweit gefundenen Höhlenmalereien kann hier gesehen werden. Alles in allem, es war sehr interessant und die Malereien sehr beeindruckend. Der Abstecher hat gelohnt.
Saint-Emilion, unser Tagesziel wurde schließlich am Abend bei herrlichem Licht erreicht. Das wir im größten zusammenhängenden Weingebiet (Bordeaux) der Welt sind, war ab verlassen der Autobahn erkennbar. Jeder Winzer nennt sich hier Schlossherr, daher auch die inflationäre Anzahl an Chateaux Weinen. Der kleine Ort ist hochpreisig, super herausgeputzt und ist jetzt wenig besucht. Im Sommer möchte ich gar nicht wissen, wie es hier zugeht.


Die Nacht verbringen wir am Parkplatz des örtlichen Fußballplatzes.